Wie wird Weihnachtsgeld 2026 versteuert und was kostet es Arbeitgeber?
Inhalt
Das Wichtigste auf einen Blick
- Weihnachtsgeld ist 2026 nicht steuerfrei: Es ist ein sonstiger Bezug und voll lohnsteuer- und beitragspflichtig.
- Im Modellfall bleiben von 1.000 € brutto 519,81 € netto, der Arbeitgeber zahlt 1.211,50 €.
- Eine monatliche Auszahlung spart weder Steuern noch Beiträge.
- Per Entgeltumwandlung lässt sich Weihnachtsgeld in die betriebliche Altersversorgung lenken, nicht in den 50-€-Sachbezug.
- 600 € netto kosten über einen Bonus 1.398,10 €, über den 50-€-Sachbezug 600 €.
Weihnachtsgeld ist nicht steuerfrei. Es zählt als sonstiger Bezug zum Arbeitslohn und ist voll lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig. Im Modellfall bleiben von 1.000 € Weihnachtsgeld 519,81 € netto, der Arbeitgeber zahlt dafür 1.211,50 €. Wer Mitarbeitenden zum Jahresende mehr netto geben will, kommt mit zusätzlichen Sachbezügen deutlich weiter.
Ist Weihnachtsgeld 2026 steuerfrei?
Nein. Weihnachtsgeld in Geld ist steuerpflichtiger Arbeitslohn, ohne Freigrenze, Freibetrag oder Pauschalierung. Das gilt 2026 genauso wie in den Vorjahren.
Lohnsteuerlich ist Weihnachtsgeld ein sonstiger Bezug: Arbeitslohn, der nicht als laufender Lohn gezahlt wird (R 39b.2 Abs. 2 LStR). Es fließt im Monat der Auszahlung zu (§ 38a Abs. 1 Satz 3 EStG). Die Lohnsteuer berechnet der Arbeitgeber nach der Differenzmethode (§ 39b Abs. 3 EStG):
- Jahreslohnsteuer auf den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn ohne Weihnachtsgeld ermitteln.
- Jahreslohnsteuer auf denselben Jahresarbeitslohn mit Weihnachtsgeld ermitteln.
- Den Unterschied als Lohnsteuer einbehalten, dazu Solidaritätszuschlag, soweit die Freigrenze überschritten ist, und gegebenenfalls Kirchensteuer.
In der Sozialversicherung ist Weihnachtsgeld eine Einmalzahlung und voll beitragspflichtig, für Mitarbeitende wie für den Arbeitgeber.
Ein verbreiteter Irrtum: Weihnachtsgeld werde „höher besteuert“. Das stimmt nicht. Es gilt dasselbe Steuerrecht, nur in einem anderen Abzugsverfahren. Wird im Dezember zu viel einbehalten, gleicht sich das über die Einkommensteuererklärung aus. Was bleibt, ist die volle Abgabenlast auf beiden Seiten.
Was bleibt von Weihnachtsgeld übrig, und was kostet es den Arbeitgeber?
Von 1.000 € Weihnachtsgeld bleiben im Modellfall rund 52 % netto, während den Arbeitgeber dieselbe Zahlung gut 1.200 € kostet. Die Rechnung im Detail:
1.000 € Weihnachtsgeld: was netto ankommt und was es kostet
Modellfall 2026: laufendes Brutto 3.800 € im Monat, Steuerklasse I, keine Kinder, Kirchensteuer 9 %, gesetzlich krankenversichert mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag 2,9 %, unterhalb aller Beitragsbemessungsgrenzen. Mit Umlagen und Berufsgenossenschaft steigen die Arbeitgeberkosten auf 1.264,70 €. Bei 8 % Kirchensteuer (Bayern, Baden-Württemberg) bleiben 522,22 € netto.
Bei höheren Beträgen steigt die Lohnsteuer durch die Progression überproportional; für 2.000 € gilt also nicht einfach das Doppelte. Den genauen Wert liefert die Lohnabrechnung mit dem individuellen Jahresarbeitslohn.
Die Arbeitgeberseite erklärt, warum Weihnachtsgeld als Wertschätzung teuer ist: Auf jeden Euro kommen die Lohnnebenkosten obendrauf, mit Umlagen rund 26 %.
Lohnt es sich, Weihnachtsgeld monatlich auszuzahlen?
Steuerlich bringt es nichts. Wer das Weihnachtsgeld in zwölf Raten über das Jahr verteilt, macht daraus laufenden Arbeitslohn. Lohnsteuer und Sozialversicherung fallen weiter in voller Höhe an, nur verteilt auf zwölf Abrechnungen. Unterschiede beim monatlichen Steuerabzug gleichen sich in der Einkommensteuererklärung aus.
Ein Argument kann die Planbarkeit sein: Mitarbeitende haben jeden Monat etwas mehr Netto, statt einmal im Jahr eine größere Zahlung. Eine Ersparnis für eine der beiden Seiten entsteht dadurch nicht.
Lässt sich Weihnachtsgeld per Entgeltumwandlung nutzen?
Ja, aber nur für Bausteine, die keine Zusätzlichkeit verlangen. Der wichtigste ist die betriebliche Altersversorgung: Mitarbeitende haben einen Anspruch auf Entgeltumwandlung (§ 1a BetrAVG), und Weihnachtsgeld eignet sich dafür gut. 2026 sind Beiträge bis 676 € im Monat steuerfrei, bis 338 € im Monat zusätzlich sozialversicherungsfrei (§ 3 Nr. 63 EStG). Spart der Arbeitgeber dadurch Sozialversicherungsbeiträge, muss er mindestens 15 % des umgewandelten Betrags zusätzlich einzahlen.
Auch der Essenszuschuss lässt sich per Gehaltsumwandlung einführen. Wie das mit dem 13. Gehalt funktioniert, zeigt der Ratgeber 13. Gehalt: Entgeltumwandlung mit dem Essenszuschuss.
Nicht möglich ist die Umwandlung in den 50-€-Sachbezug. Gutscheine und Sachbezugskarten müssen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn kommen (§ 8 Abs. 4 EStG). Ein vertraglich zugesagtes Weihnachtsgeld in Gutscheine umzuwandeln, nimmt dem Sachbezug die Steuerfreiheit.
Welche Alternativen zum Weihnachtsgeld gibt es?
Die wirksamste Alternative ist ein zusätzlicher Sachbezug statt einer Gelderhöhung. 600 € netto im Jahr kosten den Arbeitgeber über einen Bonus im Modellfall 1.398,10 €, über den 50-€-Sachbezug genau 600 €.
Der Unterschied entsteht, weil der Sachbezug bis 50 € im Monat steuer- und beitragsfrei ist (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Bedingung ist, dass er zusätzlich zum Lohn kommt und als Gutschein oder Karte die Kriterien des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes erfüllt. Wie Unternehmen den Sachbezug als Ersatz oder Ergänzung zum Weihnachtsgeld aufsetzen, erklärt der Ratgeber Sachbezug statt Weihnachtsgeld.
Für einmalige Gesten zum Jahresende gibt es zwei weitere Wege: ein Geschenk auf der Weihnachtsfeier innerhalb des Freibetrags von 110 € je Person oder ein Sachgeschenk im Dezember, sofern der Sachbezug in diesem Monat noch frei ist. Beides erklärt der Ratgeber Weihnachtsgeschenke für Mitarbeitende.
Weihnachtsgeld oder 13. Gehalt: Was ist der Unterschied?
Steuerlich keiner. Weihnachtsgeld und 13. Monatsgehalt sind beide Sonderzahlungen in Geld, also sonstige Bezüge mit voller Lohnsteuer- und Beitragspflicht. Das gilt auch für ein 14. Gehalt.
Der Unterschied liegt im Arbeitsrecht: Das 13. Gehalt ist in der Regel Teil der vereinbarten Jahresvergütung, Weihnachtsgeld eine anlassbezogene Gratifikation, häufig mit Stichtags- oder Rückzahlungsklauseln. Woher der Anspruch kommt und wann Weihnachtsgeld gezahlt wird, erklärt der Beitrag Was ist Weihnachtsgeld?





